Degustation

Degustieren Sie den Wein selber

Weindegustation scheint einem Laien wie eine geheimnisvolle Handlung. Ist das wirklich so?

Wärend einer profesionellen Weinbewertung versammeln sich die Degustanten in einem Raum wo Zutritt streng verboten ist. Profesionelle Weindegustanten scheinen uns "sterblichen" wie Menschen mit einer übernatürlichen Gabe.

Vorbereitungen

Die Degustanten bedienen sich ihrer naturbegabten Sinnen, genau wie wir anderen, doch unter Umständen die ihnen ermöglichen alles das, das ihre Sinne beeinflüssen könnte abzuschalten. Sie müssen in der Lage sein mit ihren subjektiven Sinnen objektiv zu urteilen. In dem Raum wo Wein degustiert wird gibt es keine Möbel und andere Sachen, die einem die Aufmerksamkeit rauben könnten. Der Raum muss groß sein, die Wände in eine neutrale Farbe gestrichen, die Feuchtigkeit muss 80% sein und die Temperatur 20°c. Es muss völlige Stille herrschen, die Beleuchtung muss nicht dem Tageslicht gleichen, da der Degustant die Farbe und Reinheit des Weines mit seiner eigenen Lampe oder Kerze testet. Der Tisch an dem der Degustant sitzt muss mit einer weißen Tischdecke bedeckt sein und auf keinem Fall mit einem intensiv riechenden Waschpulver gewaschen. Auf  den Tisch werden mehrere Gläser gestellt, alle trocken, ganz sauber, mit einem Stiel und geruchslos. Das einzige erlaubte  Werkzeug ist das Brot, welches dazu dient, den Nachgeschmack loszuwerden zwischen zwei Degustationen. Im Raum darf auf keinem Fall geraucht werden. Das Haar der Degustanten darf nicht mit einem stark riechenden Schampoo gewaschen sein. Er oder sie darf sich auch nicht vor der Deustation die  Zähne putzen und auch nichts essen.

Wenn man alle diese Bedigungen zusammenzählt wird einem klar warum Weindegustation und Weinbewertung ein Vorgang ist, der von den Augen der Öffentlichkeit ferngehalten wird.

Nachdem alle Bedingungen erfüllt sind fängt die Degustation an. Sie dauert nie länger als eine Stunde und Degustanten probieren nie mehr als 15 Weinsorten. Wenn es mehr als 15 Sorten zu probieren gibt macht man zuerst eine Pause. Die Weinproben müssen anonym sein. Der Degustant bekommt Einsicht in generelle Angaben-Weinsorte, Gruppe, Jahrgang usw.

Degustetion hat drei Phasen: betrachten, riechen, probieren.
Betrachten
Zuerst betrachtet man die Oberfläche des Weins, ob sie genug schimmert, dann betrachtet man die Farbe, Intensität, Durchsichtigkeit und Reinheit der Probe. Bei diesem Vorgang wird das Glas nicht vom Tisch gehoben. Nachdem wir den Wein auf diese Weise betrachtet haben, können wir ein Stück weißes Papier nehmen, das Glas heben und es im Hintergrund halten. Danach schaukelt man das Glas und beobachtet wie sich der Wein benimmt. Hält er sich an dem Rand auf und auf welche Weise? Für diesen Vorgang können wir eine Lampe oder Kerze benutzen um mehr Informationen über den Wein zu bekommen.
 
Ein professioneller Degustant kann auf diese Weise sogar die Sorte und das Alter des Weines bestimmen.
 
Riechen
Das riechen geschieht in 3 Phasen. In der ersten Phase darf man die Weinoberfläche nicht berühren. Der Degustant atmet aus, steckt die Nase ins Glas (schämen Sie sich nicht die Nase tief ins Glas zu stecken) und atmet tief ein. Dann nimmt er das Glas und bringt es mit leichten kreisenden Bewegungen ins schwanken und riecht es auf die gleiche Weise wie vorher. Beim dritten Riechen wird das Glas ein paar Mal gedreht und danach wird der Wein gerochen. Während des Drehens breitet sich die Oberfläche des Weines und so wird das Verdunsten bei dem die Gerüche entstehen angeregt.
Probieren
Zuerst wird nur ein kleiner Schluck getrunken, der zur Kehle gedrängt wird. Dann, bevor er die Kehle runtergeht, wird der Kopf nach vorne gebiegt, damit der Wein inden Mund gelangt. In diesem Augenblick nimmt man einen tiefen Atemzug und zieht den Wein die Seele heraus. Von großer Hilfe ist auch wenn man die Bereiche der Zunge kennt.
 
Studieren Sie mal wo sich auf der Zunge die Geschmacksknospen befinden? Es gibt eine Grundeinteilung, die aber von Person zu Person varieren kann. Erforschen Sie ihre eigene Zunge! Man kann eigentlich viele Informationen bekommen, wenn man den Wein im Mund wälzt. Nacdem Sie das gemacht haben lassen Sie den Wein die Kehle entlanggleiten und schließlich, wenn Sie den Geschmack an der Kreuzung des Mundes, der Nasenhöhle, Anfang der Kehle und  Schlund geprüft haben, dann haben Sie den Eindruck ergänzt.

Am Ende zählt der Degustant die Noten die er/sie dem Wein gegeben hat. In den Prüfungszettel wird nach jeder Weinprobe die Note aufgeschrieben. Bei den Internationalen Regeln kann der Wein für die Farbe zwei Punkte bekommen, für die Reinheit auch zwei, für den Geruch( Sänfte, Intensität und Reinheit) bis zu vier Punkte und für den Geschmack auch,  wobei Fülle, Alkoholität, Harmonie, Stärke, Reinheit des Geschmacks und Fruchtgeschmack,d.h. Merkmale der Sorte auch umfasst werden: man kann also bis zu 12 Punkte bekommen. Die Summe kann also 20 Punkte sein.  Die Endnote bekommt man, wenn man die niedrigste und die höhste Zahl abzieht.  Die restlichen Noten der Degustanten werden addiert und dann mit der Zahl der Degustanten geteilt ( nur gültige Prüfungszettel nimmt man in Betracht.) 

 
Punkte-System:
  • mehr als 19,01 Punkte Champion der Klasse
  • mehr als 18,01 Punkte Goldmedaille
  • von 16,01 bis 18,00 Punkte Silbermedaille
  • von 14,01 bis 16,00 Bronzmedaille
  • von 12,01 bis 14,00 schrifliche Anerkennung


Diese Ziffern beziehen sich auf Qualitätsweine und Konsumweine bekommen in der Regel einen Punkt weniger. 

Während der Degustation wird nur wenig Wein getrunken. Es gibt auch Degustanten, die ausschließlich bei Degustationen Wein trinken. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich der Degustant betrinkt, besonders bei der Benotung geistiger  (alkoholischer) Getränke. Eine Vorschriftsagt, dass die Degustation unterbrochen wird, wenn ein drittel der Komissionsmitglieder sich äußert nicht in der Lage zu sein die Proben kritisch bewerten zu können!Natürlich denkt man dabei aufs betrinken. Doch die Mehrheit der Degustanten spucken den Schluck, den sie genommen haben aus.(Schämen sie sich nicht).

In der Regel werden zuerst, Weißweine probiert, dann Roseés, Rotweine, halbschämende Weine und am Ende natürliche Süßweine. Bei dem Weißwein muss man sich auch an die Regeln halten-erst trockene Weine, ziemlich sauer mit wenig Extrakten, dann mittelsauere Weine; aber mit Qualität und zum Schluss heftige, volle Weine mit unabgegärtem Zucker. Zuerst werden junge Weine probiert und weiter geht es mit dem nächts-älteren. Diese Regeln gelten auch bei der weinservierung und nicht nur bei der Degustation. Also,lassen Sie sich nicht runterkriegen, wenn sie das frischgemähte Gras  oder Hausgemachte Brot nicht riechen können. Der Versuch zahlt sich aus, außerdem schärfen sich die Sinne und die Liebe ersetzt das Wissen.

Viel Gluck!

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